Peter erzählte einmal, dass er eine sehr glückliche und freie Kindheit hatte. Mit 13 ging er zu einer privaten Grundschule, und als er in das Internat Charterhouse kam (auch Mike Rutherford und Tony Banks von Genesis besuchten diese Schule), wurde er nach eigener Aussage fett und picklig. Er war der Ansicht, dass er nicht das hätte, was man braucht, um Mädchen zu bekommen. Popmusiker wie die Beatles oder die Rolling Stones hätten es da einfacher, und außerdem wollte er auch das Geld. Das war vielleicht auch der Grund, weshalb er zusammen mit Tony Banks 1965 die Band Garden Wall gründete. Als Kind hatte er einige Jahre Klavierstunden, hörte aber mit neun Jahren damit auf. Schon mit zwölf begann er, Songs zu schreiben. Das erste Lied hieß "Sammy The Slug", also 'Sammy, die Wegschnecke'.m ‚Jeder andere schrieb über Mädchen, und ich schrieb über Schnecken. Das zeigt, woran ich zu diesem Zeitpunkt interessiert war', sagte Peter Gabriel später. Mit 13 bekam er ein Schlagzeug, und zwei
Jahre später hatte er seinen ersten Gig. Als Sänger tat er sich zu diesem Zeitpunkt
überhaupt noch nicht hervor. Allerdings entdeckte er schon bald seine Vorliebe
fürs Verkleiden und für Hüte. Er stellte sie selbst her und verkaufte sie in
der Carnaby Street und auf dem Antikmarkt in Chelsea. Seine Kostümierungen und
Ideen ließen später die Genesis-Auftritte zu Theaterspektakeln und ersten
Multimedia-Ereignissen werden. Er stand für die Zuschauer immer im Mittelpunkt
und wurde als Kopf der Gruppe angesehen. Daher war das Entsetzen groß, als
Gabriel im Mai 1975 die Gruppe nach einem Konzert in Frankreich verließ. Er
hatte ganz persönliche Gründe dafür Seine Frau erwartete ihr erstes Baby, und
es gab große Komplikationen. Die Ärzte befürchteten, dass das Kind nicht
überleben werde, und Peter Gabriel war die Familie zu diesem Zeitpunkt
wichtiger als die Karriere.
Nach seinem Weggang von Genesis
begann für Peter Gabriel eine außerordentlich erfolgreiche Solokarriere. Es
dauerte jedoch zwei Jahre, bis er seine erste Platte veröffentlichte oder
wieder auftrat. 1977 erschien "Peter Gabriel", und Gabriel startete seine erste
Solotournee durch die Vereinigten Staaten und Kanada. Es folgten drei weitere
Alben mit dem Titel "Peter Gabriel". Aus dieser Serie erreichte das dritte
Album, das Mitte 1980 erschien, Platz 1 der britischen LP-Hitparade, und in den
USA wurde die LP vergoldet, d.h., über eine halbe Million Exemplare wurden
abgesetzt. Alle anderen kamen zumindest unter die ersten 10. Sein erster
Top-10-Hit als Solist wurde „Games Without Frontiers“, im Februar 1980 Platz 4
in GB. 1980 erschien sein drittes Album auch in Deutsch, die Textübersetzungen
kamen von dem deutschen Filmregisseur und Autor Horst Königstein, der in
Deutschland mit Rockmusikern wie Udo Lindenberg zusammenarbeitet. Als 1982
Peters viertes Album erschien, wurde es wieder zusätzlich in einer deutschen
Fassung herausgegeben. Als Solist oder im Duett mit Kate Bush gelangen Peter
Gabriel immer wieder Hits: "Big Time", im November 1986 ein Top-10-Hit in den
USA, und mit Kate "Don't Give Up", zum selben Zeitpunkt unter den ersten 10 in
GB. Die Tradition der teilweise surrealistischen Texte von Genesis setzt sich
in Songs wie "Solsbury Hill" z.B. fort. Das im Frühjahr 1986 erschienene Album "So"
wurde wieder ein absoluter Knüller für Peter: Platz 1 in den britischen LP-Charts,
Platz 2 in der US-LP-Hitparade und vierfacher Platinstatus, also über vier
Millionen verkaufte Exemplare allein in den USA. Spitze sind auch die Videos zu
seinen Songs. Hier ist vor allem der preisgekrönte Clip zu seinem Hit "Sledgehammer",
im Mai 1986 Nummer 1 in den USA und Top 10 in GB und Deutschland,
hervorzuheben. Auch als Komponist von Soundtracks macht er Furore. 1990 konnte
er einen Grammy für seine Musik "Passion - Music For The Last Temptation Of Christ" einheimsen. 1992 erschien die LP "Us", daraus ausgekoppelt wurde der
Titel "Steam", der im Januar 1993 ein Top-10-Hit in GB wurde und sich wieder
durch ein gut realisiertes Video auszeichnete. Neben alldem setzt sich Peter
Gabriel unermüdlich bei Benefizkonzerten und durch persönliches Engagement für
aktuelle Probleme ein. Seine bisher letzte Hitnotierung war der Song "Lovetown"
aus dem Film Philadelphia/Pennsylvania. Er kam damit im Juli 1994 knapp in die
deutschen Top 100.